Wärme hilft bei Schmerzen
Jein! „Wärme ist bei Muskel-Verspannungen sinnvoll, aber nicht bei Entzündungen“, weiß Dr. Miguel Alquiza, Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau in Berlin. Deshalb rät er, die Ursachen von Rückenschmerzen immer ärztlich abklären zu lassen, bevor man auf eigene Faust zur Wärmflasche bzw. zum Wärmepflaster greift oder in ein heißes Wannenbad abtaucht. „Sonst können sich Entzündungen verstärken.“
Bei Rückenschmerzen ist Ruhe angesagt
Nur in Ausnahme-Fällen! „Bei den meisten Beschwerden ist kontinuierliche Bewegung viel besser“, erklärt Carl Christopher Büttner, Physiotherapeut und Referatsleiter Bildung und Wissenschaft beim Deutschen Verband für Physiotherapie in Köln. Gerade bei unspezifischen Schmerzen ist sie wichtig. Nur in Ausnahmefällen wie z. B. Bandscheibenvorfällen und Brüchen kann auch mal Ruhe guttun.
Langes Sitzen führt zu Rückenproblemen
Nein! „Rückenschmerzen bekommt nicht der, der viel sitzt, sondern vor allem der, der falsch sitzt“, stellt der Orthopäde Dr. Alquiza klar. Wichtig ist „aktives“ Sitzen mit häufigem Wechsel der Sitzposition. Und: Immer wieder zwischendurch aufstehen und sich die Beine vertreten.
Sportliche Menschen haben keine Rückenprobleme
Stimmt! Wer regelmäßig Sport macht, leidet deutlich weniger unter muskulären Verspannungen – den häufigsten Auslösern für Rückenschmerzen. Natürlich kann es durch Sport zu Verletzungen kommen, die dem Rücken schaden, wie etwa leichte Muskelzerrungen im Nacken oder Prellungen der Schulter.
„Trotzdem ist Bewegung immer eine gute präventive Maßnahme gegen Rückenschmerzen“, sagt der Physiotherapeut Carl Christopher Büttner.
Je härter die Matratze, desto besser ist sie für den Rücken
Nein! „Eine Matratze muss immer individuell sein. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule nachts durch die Matratze gut gestützt wird“, sagt der Berliner Mediziner Dr. Alquiza. Der passende Härtegrad richtet sich nach dem Körpergewicht und der bevorzugten Schlafposition – eine ausführliche Beratung im Fachgeschäft ist deshalb immer sinnvoll. Achtung: Bauchschläfer liegen sehr ungesund. „Fast alle bekommen im Alter erhebliche Beschwerden an der Halswirbelsäule“, weiß der Arzt aus Erfahrung.
Weitere Tipps
Zweitmeinung einholen – die Kasse zahlt: Bei planbaren Operationen an der Wirbelsäule haben gesetzlich Versicherte Anspruch darauf, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Die Kosten dafür tragen die Kassen.
Experten finden: Der erste Ansprechpartner bei Rückenschmerzen ist in der Regel der Hausarzt. Er kann abklären, ob und welcher Spezialist für die weitere Diagnose und Behandlung sinnvoll ist. Eine Übersicht zu bundesweiten Ärzten und Kliniken gibt es auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie unter www.dgou.de (Stichwort „Patienten“ und „Weitere Arztsuchportale“).
Bitte Vorsicht! Treten Brust- und Rückenschmerzen gleichzeitig auf, kann ein Herzinfarkt vorliegen. Rufen Sie sicherheitshalber den Notarzt unter der Nummer 112, falls Sie zusätzlich ein Engegefühl in der Brust, Atemnot und/oder Übelkeit verspüren!





