Deutschland trifft in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in der Gruppe E auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Vier Länder, die geografisch kaum weiter voneinander entfernt sein könnten – und die kulinarisch doch erstaunlich gut zusammenpassen.
Beginnen wir auf Curaçao. Die Karibikinsel schickt keinen bulligen Mittelstürmer ins Rennen, sondern einen wunderbar leichten Fisch mit Mango-Papaya-Salat.
Ein Gericht wie ein perfekter Außenristpass: elegant und überraschend präzise.

Peter Hummel, Foodredakteur
Dazu knusprige Funchi-Sticks aus Maisgrieß. Wer das probiert, versteht sofort, warum die Karibik nicht nur für Traumstrände, sondern auch für Traumküche bekannt ist.
Von dort geht es weiter an die Westküste Afrikas. Die Elfenbeinküste antwortet mit Kedjenou-Hähnchen – einem Schmorgericht, das Geduld belohnt. Zartes Fleisch, Tomaten, Paprika, Ingwer und jede Menge Aroma. Kein Spektakel, kein Hackentrick, sondern die Fußball-Version einer souveränen 2:0-Führung: unaufgeregt, effektiv und am Ende hochverdient.
Ecuador wiederum setzt auf die Macht der Kartoffel. Die Llapingachos, goldbraun gebratene Kartoffelküchlein mit geschmolzenem Käse im Inneren, erinnern daran, dass wahre Größe oft von innen kommt. Außen knusprig, innen cremig – quasi die kulinarische Variante eines Spielmachers, der zunächst unscheinbar wirkt und plötzlich das gesamte Spiel an sich reißt.
Und Deutschland? Nun, wir schicken natürlich keine Molekularküche ins Turnier, sondern etwas, das so deutsch ist wie die Diskussion über den Bundestrainer: Currywurst. Allerdings in moderner Aufstellung. Die Currywurst-Spieße mit Apfel-Krautsalat verbinden Stadionromantik mit Sommerfrische. Sie sind laut, herzhaft und unkompliziert – die Fans auf dem Teller sozusagen.
Das Schöne an dieser Gruppe: Hier muss niemand verlieren. Während auf dem Rasen am Ende nur eine Mannschaft den Platz als Sieger verlässt, gewinnen in der Küche alle. Denn jedes dieser Gerichte erzählt etwas über seine Heimat. Über Klima, Landschaft, Geschichte und die Menschen, die dort leben.
In diesem Sinne: Guten Appetit, viel Spaß beim Nachkochen und mögen die besseren Rezepte gewinnen.







