Die Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung und zeigt sich durch rote, schuppende Hautstellen in Schüben. Ursachen, Auslöser und Therapien im Überblick
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Schuppenflechte – medizinisch Psoriasis – ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen in Deutschland. Etwa zwei bis drei Millionen Menschen sind betroffen, Frauen und Männer gleichermaßen. Typisch ist ein schubweiser Verlauf: Die Haut beruhigt sich phasenweise, kann aber jederzeit wieder aufflammen.
Auch wenn Schuppenflechte nicht heilbar ist, gibt es heute sehr wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die vielen Betroffenen ein nahezu beschwerdefreies Leben ermöglichen. Und ganz wichtig: Schuppenflechte ist nicht ansteckend.
Bei Psoriasis läuft die Hauterneuerung deutlich zu schnell ab. Während gesunde Haut sich ungefähr alle 28 Tage erneuert, passiert das bei Menschen mit Schuppenflechte in sieben bis zehn Tagen. Die Hautzellen „stauen“ sich an der Oberfläche, es entstehen Verdickungen und die typischen Schuppen.
Das Ergebnis sind deutlich sichtbare, scharf abgegrenzte, gerötete Hautstellen – Zeichen der Entzündung – mit silbrig-weißen Schuppen, den sogenannten Plaques. Häufig jucken oder spannen diese Bereiche, manchmal brennen sie auch.
Typische Symptome im Überblick
Die Hautveränderungen können sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein und von Kopf bis Fuß auftreten – oft symmetrisch auf beiden Körperhälften. Besonders häufig betroffen sind Ellenbogen, Knie und die Kopfhaut.
Typisch ist eine Kombination aus mehreren Beschwerden:
klar abgegrenzte, gerötete Hautstellen
silbrig-weiße Schuppung
Juckreiz oder Brennen
trockene, verdickte Hautareale
gelegentlich Nagelveränderungen (z. B. kleine Dellen oder Verfärbungen)
Bei manchen Menschen sind zusätzlich die Gelenke betroffen dazu. Dann spricht man von Psoriasis-Arthritis.
Ursachen: Warum entsteht Schuppenflechte?
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Sicher ist: Das Immunsystem läuft aus dem Ruder. Es reagiert über und löst eine Entzündung aus, obwohl keine äußere Gefahr besteht. Auch genetische Veranlagung spielt eine Rolle. Wenn ein Elternteil betroffen ist, steigt das Risiko deutlich.
Zusätzlich gibt es typische Auslöser, die Schübe verstärken können. Dazu gehören Infekte, Stress, Rauchen, Übergewicht, bestimmte Medikamente und hormonelle Veränderungen. Häufig kommt mehrere Faktoren zusammen – die Erkrankung entsteht also nie durch einen einzelnen Grund.
Schuppenflechte ist mehr als eine Hautkrankheit
Heute gilt Psoriasis als systemische Erkrankung. Das bedeutet: Die Entzündung betrifft nicht nur die Haut, sondern kann den gesamten Körper beeinflussen. Deshalb haben Betroffene ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen wie:
Bluthochdruck
Fettstoffwechselstörungen
Diabetes
Das heißt nicht, dass diese Erkrankungen zwangsläufig auftreten – aber sie werden idealerweise von Ärzten mit bedacht.
Behandlung heute: Was bei Schuppenflechte hilft
Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und Lebensqualität und zielt auf die Verbesserung der Beschwerden und Verhinderung neuer Schübe ab. Die Behandlung hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt und kann individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden.
1. Basistherapie: Hautpflege ist das A und O
Unabhängig vom Schweregrad ist – ähnlich wie bei der Neurodermitis – eine konsequente Pflege die Grundlage. Rückfettende Cremes mit Inhaltsstoffen wie Urea (Harnstoff) oder Glycerin helfen, die Hautbarriere zu stabilisieren und Juckreiz zu lindern.
2. Äußerliche Therapie (leichte Psoriasis)
In leichten Fällen, wenn die Hautstellen begrenzt sind, kommen klassische Wirkstoffe in Form von Cremes und Salben zum Einsatz:
Kortisonpräparate (entzündungshemmend)
Vitamin-D-Analoga (regulieren das Zellwachstum)
Salicylsäure (löst Schuppen)
Dithranol (bei hartnäckigen Plaques)
3. Lichttherapie
Die sogenannte UVB-Phototherapie ist seltener geworden, aber immer noch Bestandteil der Behandlung. Sie wirkt entzündungshemmend und kann besonders bei ausgedehnteren Hautarealen sinnvoll sein – oft auch in Kombination mit Badeanwendungen.
4. Systemtherapien (mittelschwer bis schwer)
Wenn die Haut stärker betroffen ist oder äußere Therapien allein nicht ausreichen, kommen Medikamente zum Einsatz, die im gesamten Körper wirken. Sie werden als Tabletten oder Kapseln eingenommen oder als Spritze bzw. Infusion verabreicht
Heute stehen mehrere Wirkstoffgruppen zur Verfügung:
Klassische Systemtherapien:
Methotrexat
Ciclosporin
Fumarsäureester
Acitretin (in ausgewählten Fällen)
Zielgerichtete Therapien (Biologika):
TNF-α-Hemmer
IL-17-Inhibitoren
IL-23-Inhibitoren
IL-12/23-Inhibitoren
Neue „Small Molecules“:
PDE-4-Hemmer (z. B. Apremilast)
TYK2-Inhibitoren
JAK-Inhibitoren (je nach Indikation)
Diese modernen Therapien greifen gezielt in Entzündungsprozesse ein und ermöglichen bei vielen Patienten eine sehr gute Kontrolle der Erkrankung.
Was Sie selbst beeinflussen können
Auch wenn Psoriasis eine chronische Erkrankung ist, spielt der Lebensstil eine wichtige Rolle. Viele Betroffene merken, dass Stress ein zentraler Auslöser ist. Entlastung im Alltag kann daher genauso wichtig sein wie Medikamente.
Hilfreich sind vor allem regelmäßige Bewegung, Stress reduzieren und ausreichend schlafen, sich antientzündlich ernähren (mit viel Gemüse, wenig Fleisch) und das Gewicht im Blick behalten, aufs Rauchen verzichten.
Fazit: Gute Chancen mit moderner Therapie
Schuppenflechte ist zwar chronisch, aber heute in den meisten Fällen sehr gut behandelbar. Die Kombination aus moderner Systemtherapie, konsequenter Hautpflege und einem bewussten Lebensstil ermöglicht vielen Betroffenen eine deutlich bessere Kontrolle der Erkrankung als früher. Entscheidend ist eine individuell passende Therapie – regelmäßig begleitet durch den Hautarzt.