Reizmagen: Beschwerden ohne erkennbare Ursache
Beim Reizmagen (medizinisch: funktionelle Dyspepsie) finden Ärzte trotz Beschwerden keine organische Ursache im Magen.
Typisch sind Völlegefühl, Druck und brennende Schmerzen im Oberbauch nach dem Essen, ein schnelles Sättigungsgefühl, Übelkeit und häufiges Aufstoßen – manchmal auch begleitet von Sodbrennen. Von einem Reizmagen sprechen Ärzte, wenn die Beschwerden über mehrere Monate bestehen und sich keine organische Ursache finden lässt.
Andere Erkrankungen wie eine Gastritis oder ein Magengeschwür werden also zuerst ausgeschlossen. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden unter anderem eine gestörte Magenbewegung, ein überempfindliches Nervensystem im Verdauungstrakt sowie Stress und psychische Belastungen.
Sodbrennen: Wenn Magensäure aufsteigt
Sodbrennen entsteht, wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt (medizinisch: Reflux). Gelegentliches Sodbrennen nach einer üppigen, fettreichen Mahlzeit oder nach Alkohol ist meist harmlos. Tritt es dagegen regelmäßig auf, kann eine Refluxkrankheit dahinterstecken: Dabei gelangt Magensäure immer wieder in die Speiseröhre, weil der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht ausreichend funktioniert.
Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Übergewicht, ein Zwerchfellbruch sowie Lebensstilfaktoren wie große, fettreiche Mahlzeiten oder Alkohol. Typisch ist ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, oft in Verbindung mit saurem Aufstoßen – teils verstärkt im Liegen oder bei Druck auf den Bauch.
Gastritis: Die tatsächliche Entzündung
Bei einer Gastritis ist die Magenschleimhaut nachweislich entzündet – meist ausgelöst durch eine Infektion mit Helicobacter pylori, durch bestimmte Medikamente (vor allem NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac) oder Alkohol. Anders als beim Reizmagen lässt sich die Ursache also organisch feststellen, beispielsweise im Rahmen einer Magenspiegelung. Die Beschwerden ähneln denen der beiden anderen Krankheitsbilder: Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit.
Wann zum Arzt?
Halten Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen an, treten sie wiederholt auf oder kommen Alarmsignale wie Blut im Erbrochenen, schwarzer Stuhl oder ungewollter Gewichtsverlust hinzu, sollte in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden – nur so lässt sich die Ursache der Beschwerden zuverlässig abklären.
Übersicht: Die Unterschiede auf einen Blick
| Reizmagen | Sodbrennen / Reflux | Gastritis | |
| Was passiert? | Funktionsstörung ohne organischen Befund | Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück | Magenschleimhaut ist nachweislich entzündet |
| Typische Symptome | Völlegefühl, Druck nach dem Essen, frühes Sättigungsgefühl | Brennen hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen | Schmerzen/Brennen im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit |
| Häufige Auslöser | Unklar; Stress, Nervensystem-Überempfindlichkeit | Fettreiches Essen, Alkohol, geschwächter Schließmuskel, Übergewicht | H. pylori, Schmerzmittel, Alkohol, Autoimmunerkrankungen |
| Diagnose | Ausschlussdiagnose | Anamnese, ggf. Magenspiegelung, pH-Metrie | Magenspiegelung mit Biopsie, H.-pylori-Tests |
| Nachweisbare Ursache? | Nein | Ja | Ja |


