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Gesundheit

Ischias-Schmerzen loswerden: Was bei gereiztem Ischiasnerv wirklich hilft

21.5.2026
Avatar von Franziska Wiegard
Franziska Wiegard
5 Min.

Er kommt oft ohne Vorwarnung: ein heftig brennender Schmerz, der vom unteren Rücken bis ins Bein oder sogar den Fuß ausstrahlt. Was dahinter steckt – und was schnell helfen kann

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Illustration: KI-generiert mit Midjourney/Agentur2

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Wird der Ischiasnerv gereizt oder eingeklemmt, schießt ein elektrisierender Schmerz vom unteren Rücken bis ins Bein. Rund 120 000 Menschen in Deutschland trifft es jedes Jahr, meist ausgelöst durch einen Bandscheibenvorfall. Was dann hilft? Gezielte Nervenmobilisationsübungen – also sanfte Bewegungen, bei denen Bein und Fuß wiederholt gestreckt und gebeugt werden –, bringen den gereizten Nerv in Bewegung und können die Beschwerden deutlich lindern.

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    Übersicht | Franziska Wiegard

    Rückenschmerzen: Ursachen, Übungen und Behandlung

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Rückenschmerzen: Ursachen, Übungen und Behandlung

Was ist eigentlich der Ischiasnerv?

Der Ischiasnerv – medizinisch Nervus ischiadicus – ist der stärkste Nerv des Körpers. Er entspringt aus mehreren Nervenwurzeln im untersten Bereich der Wirbelsäule, verläuft durch das Gesäß und zieht weiter durch die Rückseite des Oberschenkels bis in den Unterschenkel und Fuß. : An verschiedenen Stellen kann er unter Druck geraten oder gereizt werden – mit schmerzhaften Folgen.

Genau dieser lange Weg macht ihn anfällig

Wie kommt es zu Ischias-Beschwerden?

Der Begriff „Ischias" beschreibt keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom: Schmerzen oder Missempfindungen entlang des Ischiasnervs. Die Ursachen sind vielfältig:

  • Probleme im unteren Rücken sind die häufigste Quelle der Beschwerden. Bandscheibenvorfälle oder Bandscheibenvorwölbungen in der Lendenwirbelsäule können auf Nervenwurzeln drücken, die den Ischiasnerv speisen. Degenerative Veränderungen der Wirbel, zum Beispiel durch Arthrose oder eine Einengung des Spinalkanals (Spinalkanalstenose), führen ebenfalls dazu, dass der Nerv gequetscht oder gereizt wird. Wer viel sitzt, wenig Bewegung hat oder sich einseitig belastet, erhöht das Risiko für genau solche Verschleißerscheinungen im unteren Rücken.
  • Das Piriformis-Syndrom ist eine weitere, häufig unterschätzte Ursache: Der Piriformis-Muskel im Gesäß kann den Ischiasnerv, der in direkter Nachbarschaft verläuft, bei Verspannungen oder Verhärtungen einengen und so typische Schmerzen auslösen.
  • Entzündungen, muskuläre Dysbalancen und Fehlhaltungen – oft begünstigt durch langes Sitzen, Bewegungsmangel oder einseitige Belastung – können den Nerv ebenfalls dauerhaft reizen. Typische Symptome sind dann stechende, brennende oder ziehende Schmerzen, die vom unteren Rücken ins Bein ausstrahlen, manchmal begleitet von Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schwäche in der betroffenen Extremität.

Warum Nervenmobilisation so wichtig ist

Neben der Behandlung der Ursache ist es entscheidend, den Ischiasnerv selbst wieder in Bewegung zu bringen. Denn ein Nerv, der dauerhaft unter Druck steht oder sich in seiner Umgebung nicht frei bewegen kann, reagiert mit zunehmender Empfindlichkeit und Schmerz. Gezielte Nervenmobilisationsübungen helfen dabei, den Ischiasnerv sanft durch das umliegende Gewebe zu bewegen, Verklebungen zu lösen und die Beweglichkeit wiederherzustellen – ganz ohne Risiko, wenn man behutsam vorgeht.

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Physiotherapeut Kay Bartrow beschreibt in seinem Buch „Der kleine Coach für Ischias und ISG: Die besten Übungen gegen Schmerzen und Steifigkeit" (Trias, 20 Euro) wirkungsvolle Übungen zur Nervenmobilisation, die sich auch zu Hause einfach durchführen lassen. Wichtig dabei: Alle Bewegungen sollten sich angenehm anfühlen – Schmerz ist kein gutes Zeichen und nie das Ziel.

4 Übungen zur Nervenmobilisation bei Ischias-Beschwerden

Übung 1: Rutscher

Übung 1: Rutscher

Legen Sie sich mit aufgestellten Beinen auf den Rücken. Platzieren Sie ein Handtuch unter den Fersen. Schieben Sie nun das Handtuch mit den aufgestellten Füßen vom Körper weg. Machen Sie die Bewegung nur so groß, wie es sich für Sie angenehm anfühlt – die Beine müssen nicht vollständig gestreckt werden und kleine Bewegungen reichen völlig aus. Ziehen Sie dann die Beine wieder zum Gesäß.

Tipp: Spielen Sie mit Bewegungsgröße, Tempo und Wiederholungsanzahl. Lassen Sie die Füße anfangs nur so weit vom Becken weggleiten, wie es sich gut anfühlt. Finden Sie den Bewegungsabschnitt, der Ihnen die größte Entlastung bringt, und machen Sie die Bewegung genau in diesem Bereich.

Varianten: Variieren Sie den Abstand der Füße voneinander auf dem Handtuch. Wie ändern sich das Gefühl und die Übung dadurch?

Dauer: 3-mal 8 bis 10 Wiederholungen.

Übung 2: Kleiner Käfer

Übung 2: Kleiner Käfer

Legen Sie sich auf den Rücken, die Knie sind gebeugt, die Füße sind aufgestellt. Heben Sie nun abwechselnd ein Bein an, bis der Oberschenkel senkrecht zur Decke steht. Stellen Sie dann den Fuß wieder auf dem Boden ab. Führen Sie die Bewegung anfangs eher langsam und gleichmäßig aus. Spielen Sie mit der Bewegungsgröße: Sie können zu Beginn auch nur den Fuß knapp vom Boden lösen und wieder aufstellen. Jede Bewegung zählt, auch wenn Sie noch so klein und unscheinbar ist.

Tipp: Mit dieser Übung soll vor allem der Ischiasnerv gegen das umliegende Kontaktgewebe bewegt werden. Beginnen Sie mit Ihrem persönlichen Wohlfühltempo.

Varianten: Die Füße können auch breiter aufgestellt werden. Testen Sie in der Akutphase, welcher Abstand für Sie am angenehmsten ist.

Dauer: 3-mal 12 bis 15 Wiederholungen mit jedem Bein.

Übung 3: Kleines Kniependel

Übung 3: Kleines Kniependel

Legen Sie sich auf den Rücken und heben Sie ein Bein an. Halten Sie es locker in der Kniekehle, das Knie bildet ungefähr einen 90 Grad-Winkel. Oberkörper und Kopf liegen entspannt auf dem Boden. Beugen Sie nun langsam und kontrolliert das Knie. Strecken Sie es wieder bis in den 90 Grad-Winkel. Der Fuß darf dabei in Richtung Boden absinken.

Tipp: Führen Sie kleine, langsame Bewegungen aus – das kann Schmerzen modulieren. Unterstützen Sie Kopf und Oberkörper bei Bedarf mit Kissen.

Varianten: Der Oberschenkel kann näher oder weiter herangeholt werden – je nachdem, was besser ist.

Dauer: 3-mal 12 bis 15 Wiederholungen mit jedem Bein.

Übung 4: Kniebeuger

Übung 4: Kniebeuger

Legen Sie sich in Bauchlage und stellen Sie die Zehen auf den Boden. Die Hände können locker unter das Becken gelegt werden – testen Sie, ob es sich so angenehmer anfühlt. Beugen Sie dann abwechselnd Ihr rechtes und linkes Knie und führen Sie die Ferse zum Gesäß. Spüren Sie nach, wie weit Sie Ihre Knie ohne Beschwerden beugen können und passen Sie die Bewegungsgröße daran an. Ein leichtes Ziehen an der Oberschenkelvorderseite ist normal.

Tipp: Anfangs genügt es, wenn Sie die Zehen knapp vom Boden lösen und das Knie nur wenig beugen. Mit der Zeit gewöhnt sich Ihr Körper an die Bewegung und der Bewegungsumfang kann größer werden.

Varianten: Legen Sie die Beine enger oder breiter ab und variieren Sie die Bewegungsgröße der Kniebeugung.

Dauer: 3-mal 12 bis 15 Wiederholungen mit jedem Bein.

Wann sollte ich mit Ischias-Schmerzen im unteren Rücken zum Arzt gehen?

Nervenmobilisation kann bei leichten bis mittelschweren Ischias-Beschwerden deutlich Linderung bringen. Sind die Schmerzen sehr stark? Verschlechtern sie sich zunehmend? Spüren Sie eine deutliche Muskelschwäche oder Taubheit? Haben Sie Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang? Diese Zeichen können auf ernsthafte Ursachen hinweisen, die medizinische Abklärung erfordern.

Neben den Übungen helfen entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie und Wärme. Bei hartnäckigen Verläufen kommen Spritzen mit Kortison oder Betäubungsmitteln zum Einsatz. In vielen Fällen zeigt auch Akupunktur gute Effekte.

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