Wie wirkt sich der Winter auf die Haut aus?
STREKER Unsere Haut besteht aus Zellen, zwischen denen ein „Mörtel“ aus Fett und Feuchtigkeit liegt. Im Winter wird dieser Mörtel brüchig; die Hautbarriere verliert an Stabilität, Feuchtigkeit entweicht leichter und die Haut trocknet aus.
Ist das nur draußen ein Problem?
STREKER Nein, viele unterschätzen die trockene Heizungsluft in Innenräumen. Schon im Schlafzimmer kann die Luft zu trocken sein. Ein Hygrometer zeigt die Luftfeuchtigkeit – ideal sind 40 bis 60 Prozent. Ein altbewährter Trick: ein Ständer mit feuchter Wäsche im Zimmer.
Welche Inhaltsstoffe helfen besonders?
STREKER Reichhaltige Cremes, die unsere Hautbarriere stärken, sind jetzt wichtig. Niacinamid ist ein Allrounder, den jede Haut verträgt. Klassiker sind Ceramide und Squalan, die auch in der Haut vorkommen, sowie gute pflanzliche Öle. Hyaluronsäure, Glycerin und Urea und geben der Haut Feuchtigkeit zurück.
Brauche ich auch im Winter Sonnenschutz?
STREKER Ja, auch wenn wir die Sonne weniger sehen, kann UV-Strahlung im Winter stark sein. Bei einem UV-Index von 3 bis 4 bekommt unsere sonnenentwöhnte Haut schon einiges ab. Deshalb täglich Sonnenschutz auftragen – mindestens LSF 30.
Sollte ich die Haut anders reinigen?
STREKER Die Reinigung sollte genauso sanft erfolgen wie im Sommer, insbesondere abends. Dann werden Feinstaub, Make-up und auch Tagescreme entfernt. Der pH-Wert der Produkte sollte zwischen 4 und 6,5 liegen. Basische Seifen greifen die Haut an und schwächen sie.
Gibt es Inhaltsstoffe bei der Pflege, die ich meiden sollte?
Ja, zum Beispiel das aggressive Natriumlaurylsulfat (SLS). Besser sind Zuckertenside, etwa Coco-Glucoside, Decyl-Glucoside oder Lauryl-Glucoside. Die Haut ist unser bestes Kleidungsstück – deshalb sollte man sie so sanft behandeln wie ein feines Chanel-Kostüm.

