Zusammenfassung
Der Beitrag stellt drei sanfte Methoden vor, die Beschwerden in den Wechseljahren ergänzend lindern können: Akupunktur und Akupressur, Meditation sowie ayurvedische Ölmassagen. Dazu gibt es einfache Übungen und Anwendungen für zu Hause.
Die Wechseljahre bringen für viele Frauen spürbare Veränderungen mit sich, aber nicht jede leidet so stark, dass sie Hormone anwenden muss oder möchte. In vielen Fällen können auch sanfte, ganzheitliche Methoden die typischen Beschwerden lindern. Wir stellen drei bewährte Ansätze vor, mit denen Expertinnen ihre Patientinnen und Klientinnen erfolgreich durch diese Lebensphase begleiten.
Ihr Wegweiser durch die Wechseljahre
Akupunktur und Akupressur: Hilfe bei Hitzewallungen und Schlafstörungen
Das steckt dahinter: In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden die Wechseljahre der „Zweite Frühling“ genannt, also eine positive Zeit des Wandels, des Neubeginns. „Ich will Frauen dabei helfen, in dieser Phase ihre Ruhe und auch ihre Kraft zu finden“, sagt Dr. Sandra Bürklin,
Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin und Neurologin aus Bad Aibling (www.qi-now.de). Ziel ist es, das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen, dafür wird unter anderem Akupunktur angewendet.
Das hilft: Bei der Akupunktur setzen TCM-erfahrene Ärzte hauchdünne Nadeln in bestimmte Punkte entlang der Meridiane, also der Energiebahnen. Die Nadeln bleiben etwa 20 Minuten in diesen Körperstellen, um den Energiefluss (das Qi) zu beeinflussen. Auf diese Weise können gezielt Organe gestärkt werden, aber auch überschüssige Energie wie Hitze abgeleitet werden. Für nachhaltige Effekte sind mehrere Sitzungen nötig, dazu erhalten die Patientinnen Infos, was sonst noch hilft, zum Beispiel eine Kräutertherapie oder Ernährungsumstellung.
So geht’s: Während Akupunktur den Profis überlassen werden sollte, können Frauen daheim mit dem Finger gezielt bestimmte Stellen stimulieren. Dr. Bürklin empfiehlt dafür diese Akupressur-Punkte:
1. Shenmen-Herz 7 (beruhigt, bei Hitzewallungen, Schlafstörungen). Lage: innen am Handgelenk in der Beugefalte auf der Seite des kleinen Fingers.
2. Yin-Tang (harmonisiert, bei Angstzuständen,Erschöpfung). Lage: zwischen den Augenbrauen über der Nasenwurzel.
Den Punkt jeweils 1 bis 2 Minuten mit Daumen oder Zeigefinger drücken. Man sollte es deutlich spüren, es darf aber nicht wehtun. Bei Bedarf mehrmals täglich.
Meditation in den Wechseljahren: Zur Ruhe kommen, Stress senken
Das steckt dahinter: „Regelmäßiges Meditieren bringt uns zur Ruhe und hilft, den Geist zu fokussieren“, sagt Mental-Trainerin, ganzheitliche Darmexpertin und Apothekerin Ann-Katrin Kossendey-Koch (www.gesundheitneuerleben.com). Der Glückshormon-Pegel steigt, Stresshormone werden weniger. Auch Pulsfrequenz und Blutdruck nehmen ab – das entlastet den Körper.
Das hilft: Meditieren findet im Unterbewusstsein statt. „Das wirkt sich positiv auf die Psyche aus. Denn die Hirnströme werden durch den Anstieg der Hirnstromwellen beruhigt“, so Kossendey-Koch. „Weniger Stress führt zu mehr Empathie und Entspannung. Das alles kann depressive Verstimmungen mildern, die in den Wechseljahren häufig vorkommen.“
So geht’s: Zum Meditieren eine angenehme Sitzposition finden (auf dem Stuhl oder Boden). Jetzt tief ein- und ausatmen, die Augen sind dabei geschlossen. Schieben Sie alle Gedanken weg. Stellen Sie sich vor, diese sind wie Wolken, die einfach weiterziehen. Versuchen Sie mindestens 2 bis 5 Minuten lang nur dazusitzen. „Machen Sie sich keinen Druck, wenn es anfangs noch nicht so gut klappt mit dem Meditieren. Übung hilft“
Ayurveda bei Schlafproblemen: Ölmassage als Abendritual
Das steckt dahinter: Die indische Heillehre teilt das Leben in drei Phasen ein, die jeweils einem der drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha) zugeordnet sind. „Die Wechseljahre sind der Übergang vom zweiten Abschnitt, dem feurigen Pitta, hin zur letzten Phase, dem luftigen Vata“, erklärt die Ayurveda-Expertin und Autorin Balvinder Sidhu aus Augsburg (www.kaya-veda.de, „Every Day Ayurveda“, Mankau Verlag, 14,95 Euro)
Das hilft: Eine Massage mit Sesamöl und etwas kühlendem Rosenöl wirkt morgens belebend, abends zusammen mit Dhanvantaram-Öl entspannend. „Zudem können wir über unsere Ernährung viel erreichen“, so die Therapeutin. „Essen Sie morgens zum Beispiel warmen Haferbrei.“ Balvinder Sidhu, Ayurveda-Expertin aus Augsburg,
So geht’s:
1. Je 5 EL der drei Öle (Sesam, Rose, Dhanvantaram) mischen und in einem Topf vorsichtig erwärmen. Dabei mehrmals den Duft tief ein- und wieder ausatmen.
2. Am Scheitel mit dem Einölen der Kopfhaut in sanften, kreisenden Bewegungen beginnen.
3. Es folgen Ohren, Nacken, Gesicht, Arme, Hände und Handgelenke, Rumpf sowie Füße.
4. Zum Schluss ein paar Tropfen Öl in die Nasenlöcher und Ohren geben und es dort für 20 Minuten einwirken lassen.
5. Danach mit pH-neutraler Seife duschen.
Wechseljahre verstehen – Bin ich schon drin?



