Es klingt fast nach einem Wunder, was sich in der Hautkrebsmedizin in den vergangenen 15 Jahren getan hat: Wer vor 2010 die Diagnose „fortgeschrittener schwarzer Hautkrebs“ bekam, hatte im Schnitt eine Lebenserwartung von sechs bis zehn Monaten. Heute lebt etwa die Hälfte dieser Patienten nach zehn Jahren noch. Selbst mit Fernmetastasen im Gehirn, einst eine sichere Todesursache, gibt es Heilungschancen.
„Schwarzer Hautkrebs ist heute in vielen Fällen besser behandelbar als Brustkrebs“, sagt Prof. Dirk Schadendorf, Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums am Uniklinikum Essen. Wo Heilung nicht gelingt, schafft die Medizin es immer häufiger, den Krebs in eine chronische Erkrankung zu überführen – eine, mit der Menschen lange und gut leben können.
Schwarzer Hautkrebs ist oft besser behandelbar als Brustkrebs.“

Prof. Dirk Schadendorf
Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums am Universitätsklinikum Essen
Auf der anderen Seite stehen alarmierende Zahlen. In Deutschland erkranken jährlich ca. 270 000 Menschen an Hautkrebs. Die Fallzahlen haben sich in 20 Jahren verdoppelt, beim weißen Hautkrebs sogar verdreifacht. Dafür gibt es verschiedene Gründe: mehr Flugreisen in die Sonne, ein Schönheitsideal, das Bräune glorifiziert, Solarienbesuche und eine alternde Gesellschaft. „Was heute bei uns in den Kliniken ankommt, ist oft die Rechnung für Sonnenbrände und mangelnden Sonnenschutz in den 1970er- und 80er-Jahren“, so Prof. Schadendorf.
Die Medizin unterscheidet grundsätzlich zwischen schwarzem und weißem Hautkrebs. Und beide nehmen zu. Das Melanom, der schwarze Hautkrebs, entsteht in den pigmentbildenden Zellen der Haut und ist äußerst aggressiv. „Schon wenige Zellen können sehr viel Unheil anrichten“, erklärt der Hautkrebs-Experte.

