Zusammenfassung
Die wichtigsten Tipps auf einen Blick: ✔ Kopfhaut regelmäßig massieren ✔ Haare nur so oft wie nötig waschen ✔ Hitzeschutz beim Föhnen verwenden ✔ Feuchtigkeitspflege für trockene und graue Haare nutzen ✔ Schonende Bürsten und Haargummis verwenden ✔ Bob oder kompakte Haarschnitte für mehr Volumen wählen ✔ Seidenkissen können Haarbruch reduzieren
Volumen, Glanz und eine intensive Haarfarbe – schönes Haar beginnt mit der richtigen Pflege. Friseure und Hairstylisten verraten, welche Routinen wirklich helfen: von Kopfhautmassagen über sanftes Waschen bis zu Styling-Tricks für mehr Fülle. Die besten Tipps der Experten.
1. Trockene Kopfhaut? Mineralien spenden Feuchtigkeit
Mit zunehmendem Alter produziert die Kopfhaut weniger Fett. Die Folge: Haare und Kopfhaut fühlen sich trockener an.
Master-Stylist Gianluca Grimaudo empfiehlt deshalb mineralstoffreiche Kuren: „Mineralien können Feuchtigkeit besonders gut speichern.“ Pflegeprodukte mit Seegras, vulkanischer Tonerde oder mineralreichen Gesteinen versorgen Haare und Kopfhaut intensiv und können Trockenheit vorbeugen.
2. Kopfhaut massieren – für kräftigeres Haarwachstum
Eine gut durchblutete Kopfhaut schafft optimale Bedingungen für gesundes Haarwachstum.
Gianluca Grimaudo rät deshalb zu Kopfhautmassagen mit einer Mikrozirkulationsbürste. Sie hat ein Silikonkissen, das bei Druck nachgibt, und abgerundete Zähne aus Naturholz. „Eine Massage von zwei bis drei Minuten am Tag genügt. Sie fördert die Durchblutung, versorgt die Kopfhaut mit körpereigenen Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffen, stimuliert die Haarfollikel und reduziert Haarausfall.” Ein angenehmer Nebeneffekt: Das Haar wirkt voller und erhält mehr Stand am Ansatz.
3. Haare richtig waschen - so geht’s
Zu häufiges Waschen belastet Haar und Kopfhaut. Alle drei bis vier Tage reicht oft völlig aus, um die Hautbarriere im Gleichgewicht zu halten.
„Zudem öffnet Wasser die Schuppenschicht des Haares, wodurch Farbpigmente leichter ausgespült werden“, weiß Hairstylistin Anja Kieselbach. „Die Kopfhaut lieber zweimal hintereinander mit einem milden Shampoo reinigen – ähnlich wie eine fettige Pfanne. Das entfernt Talg und Reste von Styling-Produkten und man kann das Waschen einen Tag länger hinausschieben.“
Wichtig: Haare nach dem Waschen nur vorsichtig ausdrücken – nicht trocken rubbeln.
4. Haare richtig föhnen für mehr Glanz
Ähnlich wie bei einem Tannenzapfen besteht auch unser Haar aus einer Schuppenschicht, die nach dem Waschen absteht. Um sie zu schließen, ist die Föhntechnik wichtig.
So entsteht mehr Glanz:
- Hitzeschutz ins handtuchtrockene Haar geben.
- Haare zunächst zu 80–90 Prozent lauwarm trocken föhnen.
- Anschließend Bürste und Föhn Strähne für Strähne vom Ansatz bis in die Spitzen führen.
- Wichtig: Nach unten hin immer langsamer werden, damit auch die Spitzen geglättet werden.
„Die Hitze schließt die äußerste Schuppenschicht und sorgt für Glanz“, erklärt Anja Kieselbach.
5. Haare sanft bürsten - Naturbürsten schonen das Haar
„Naturbürsten sind gesünder für die Haare als Thermobürsten, da sie beim Föhnen nicht so heiß werden“, sagt Gianluca Grimaudo. „Ich empfehle Wildschweinborsten. Sie sind besonders sanft zu Kopf, Haut und Haaren.“
Das reduziert Haarbruch und schont die empfindliche Haarstruktur.
6. Haare zusammenbinden ohne Haarbruch
Für Pferdeschwanz oder Dutt eignen sich weiche Scrunchies oder Kunststoff-Haarclips deutlich besser als klassische Haargummis. Sie üben weniger Druck aus und verhindern, dass Haare abbrechen.
7. Mehr Volumen beim Föhnen - beginnt beim Trocknen
Ein häufiger Fehler: Das Haar nach dem Waschen lange im Handtuchturban trocknen lassen. Sie trocknen dann in dieser angelegten Position vor.
Besser ist es, überschüssige Feuchtigkeit vorsichtig auszutupfen und die Haare anschließend kopfüber lauwarm zu föhnen. So hebt sich der Ansatz und das Haar erhält mehr natürliches Volumen.
8. Volumen für feines Haar
Feines Haar profitiert von Stylingprodukten wie Volumenschaum, Pflegegel oder Volumenpuder. Zusätzliche Fülle entsteht durch Locken oder sanfte Wellen.
Profi-Tipp: Die feinen und trockenen Haare morgens auf Klettwickler drehen, mit der Schwebehaube für fünf Minuten durchwärmen, auskühlen lassen. Zum Abschluss mit Haarspray fixieren.
9. Haarfarbe länger frisch halten
Bei einer Tönung legen sich die Farbpigmente nur oberflächlich auf das Haar, deshalb wäscht sie sich schneller wieder aus. Wer das Grau langfristig abdecken möchte, lässt die Haare deshalb lieber färben statt tönen, meint Gianluca Grimaudo. „Toll sind Naturfarben, die Schattierungen zeigen wie das natürliche Haar.“
10. Grauen Ansatz schnell kaschieren
Bis zum nächsten Friseurtermin helfen spezielle Ansatzpuder oder Ansatzsprays.
Profi-Tipp von Anja Kieselbach: Das Spray zunächst in den Deckel sprühen und anschließend mit einem sauberen Make-up-Pinsel gezielt auf den Haaransatz auftragen. So gelingt ein besonders natürliches Ergebnis.
11. Grey Blending: Graue Haare natürlich integrieren
Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, graue Haare nicht mehr vollständig zu färben. Beim Grey Blending werden graue Strähnen mithilfe von Balayage oder feinen Foliensträhnen harmonisch in die bestehende Haarfarbe eingearbeitet. Das Ergebnis wirkt natürlich und der Ansatz fällt beim Nachwachsen deutlich weniger auf.
„Dafür ist eine ausführliche Beratung notwendig“, betont Anja Kieselbach. Die erste Anwendung dauert zwischen sechs und neun Stunden und kostet im Durchschnitt ab 1.500 Euro, danach reichen Auffrischungstermine – ohne komplettes Neufärben.
12. Der beste Haarschnitt für feines Haar ab 50
Anja Kieselbach empfiehlt vielen Kundinnen mit feinen Haaren ab 50 einen Schnitt mit kompakten Konturen, geraden Linien, keine fransigen Stufen.
„Der Bob in allen langen und kurzen Varianten ist ein Klassiker – hält lange seine Form und ist leicht zu stylen.“
13. Seidenkissen schützt vor Haarbruch
Während der Nacht können durch Reibung kleine Schäden an der Haaroberfläche entstehen.
Ein Kissenbezug aus Seide reduziert diese Reibung, hilft gegen Haarbruch und kann gleichzeitig Feuchtigkeit besser im Haar halten.
14. Graue Haare brauchen besonders viel Feuchtigkeit
Graues Haar ist häufig trockener und wirkt dadurch schneller stumpf.
Reichhaltige Conditioner, Leave-in-Pflege oder Haaröle versorgen das Haar mit Feuchtigkeit und sorgen für mehr Geschmeidigkeit. Zusätzlich empfiehlt sich regelmäßiges Spitzenschneiden:
- langes Haar: alle acht bis zwölf Wochen
- kurzes Haar: alle vier bis sechs Wochen
15. Calligraphy Cut für mehr Fülle
„Besonders für sehr feines, kraftloses Haar ist der Calligraphy Cut ideal“, sagt Friseurmeister Frank Brormann. Bei dieser Haarschneidetechnik wird das Haar mit einem speziellen Werkzeug, dem Calligraphen, immer exakt im Winkel von 21 Grad abgeschnitten. Es entsteht eine angeschrägte Haarspitze wie bei einem Blumenstängel, die eine größere Oberfläche besitzt und das Haar voller wirken lässt. Zudem können Pflegeprodukte besser aufgenommen werden und das Haar reflektiert mehr Licht – glänzt also mehr.
Für das Mehr an Volumen und Bewegung müssen Kundinnen meist mit 15 bis 20 Euro zusätzlich zum normalen Schnittpreis rechnen.


