Ein Biergarten heißt deshalb Biergarten, weil dort Menschen gemeinsam Bier trinken. Manchmal bringt jemand auch einen Latte macchiato von der Selbstbedienungstheke mit, aber das kann zur Folge haben, dass die anderen am Tisch ein bisschen komisch schauen. Halt so, wie sie auch in einem Café komisch schauen, wenn sich jemand eine Maß Radler zur Erdbeer-Torte bestellt.
Haben sich alle am Tisch ihre Getränke geholt, wird den Freunden, aber auch den Fremden zugeprostet. Denn natürlich setzen sich in einem Biergarten andere Menschen dazu. Wobei niemand Freundschaft mit dem Nachbarn schließen muss, aber man geht herzlich miteinander um. Gut zu wissen: Diese Freundlichkeit wird nicht durch ständiges Anstoßen mit den Krügen gefördert. Einmal pro Getränkerunde zuprosten reicht völlig aus. Die korrekte Wortwahl bei diesem Vorgang ist „Prost“, „Prosit“ oder „Zum Wohl“. Nicht korrekt sind „Prösterchen“, „Stößchen“ oder „Cin cin“. Danach wird getrunken, nicht genippt. Biergärten gelten in Bayern als Orte der Gesundheitsförderung, weil dort das tägliche Trinkpensum mit viel mehr Genuss erreicht wird, als dies eine mahnend aufgestellte Wasserkaraffe in der Küche je könnte. Unweigerlich stellt sich jedoch mit zunehmender Bierlaune ein gewisses Hungergefühl ein. Dann holen sich die einen etwas aus dem Angebot der Gaststätte und die anderen haben ihre eigene Brotzeit dabei – denn das ist in einem bayerischen Biergarten ausdrücklich erlaubt, solange alles Flüssige beim Wirt gekauft wird.
Auf den Tisch kommen zum Beispiel kalte Speisen wie ein Obatzter, ein Wurstsalat, Schinken, Käse, Brezen, ein paar Radieschen oder ein Radi.
All diese Sachen bringen die Gäste in einem Korb mit, dazu meistens eine Tischdecke und Besteck. Was nicht in diesen Korb gehört, sind Pizza, Döner oder Burger. Also nichts, was warm ist oder vom Imbiss ums Eck stammt.




