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Wann kann ich in Rente gehen?

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Was muss vor dem Rentenstart geklärt sein? Diese FAQ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Rentenbeginn, Antrag, Abschläge, Hinzuverdienst, Wohnen, Versicherungen und finanzielle Planung. So gelingt der Übergang in den Ruhestand mit mehr Überblick und weniger Unsicherheit.
Je nach Versicherungsbiografie kommen unterschiedliche Altersrenten infrage:
Welche davon möglich ist, hängt vor allem von Alter, Beitragszeiten und persönlichen Voraussetzungen ab: Für die Regelaltersrente reichen grundsätzlich fünf Jahre Mindestversicherungszeit. Für langjährig Versicherte sind 35 Jahre nötig, für besonders langjährig Versicherte 45 Jahre.
Die Regelaltersgrenze wird schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Für alle ab Geburtsjahrgang 1964 liegt sie bei 67 Jahren. Für ältere Jahrgänge steigt sie stufenweise an: Beim Jahrgang 1962 liegt sie bei 66 Jahren und 8 Monaten, beim Jahrgang 1963 bei 66 Jahren und 10 Monaten. Wer als besonders langjährig versichert gilt, kann die abschlagsfreie Rente früher bekommen.
Damit der Übergang möglichst reibungslos klappt, sollte der Antrag etwa drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn gestellt werden. Wer sehr spät dran ist, muss damit rechnen, dass sich die erste Auszahlung verzögert.
Die spätere Rentenhöhe kann nur korrekt berechnet werden, wenn das Versicherungskonto vollständig ist. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig zu prüfen, ob im Versicherungsverlauf Lücken auftauchen – etwa bei Ausbildungszeiten, Kindererziehungszeiten oder anderen noch nicht erfassten Abschnitten. Fehlende Zeiten lassen sich oft nur mit den passenden Nachweisen nachtragen.
Wichtig sind vor allem Versicherungsnummer, Steuer-ID, Bankverbindung und Unterlagen zu Zeiten im Versicherungsverlauf. Je nach Fall kommen weitere Nachweise hinzu, etwa zur Schwerbehinderung oder zu Kindererziehungszeiten. Wer diese Dinge vorab sortiert, spart später Zeit und Rückfragen.
Eine wichtige Grundlage sind Renteninformation und Rentenauskunft. Dazu kommt der eigene Kassensturz: Welche regelmäßigen Einkünfte sind im Ruhestand zu erwarten, welche Ausgaben laufen weiter, welche Rücklagen gibt es? Wer ein bis zwei Jahre vor Rentenbeginn genau hinschaut, kann realistischer planen und böse Überraschungen vermeiden.
Am besten mit einem einfachen, aber konsequenten Schritt: einige Monate lang alle Ausgaben notieren. So wird sichtbar, wie hoch die monatlichen Lebenshaltungskosten tatsächlich sind – und welche davon auch in der Rente bleiben.
Gleichzeitig hilft es, Guthaben, Betriebsrenten, private Vorsorge und sonstige regelmäßige Zahlungen in einer Übersicht zusammenzuführen.
Die Beträge in den Schreiben der Rentenversicherung sind Bruttowerte. Davon gehen in vielen Fällen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Als grobe Orientierung kann man bei der gesetzlichen Rente mit rund 13 Prozent für Sozialbeiträge rechnen, bei Betriebsrenten liegt die Belastung oft noch höher.
Für die persönliche Planung zählt deshalb nicht die Bruttorente, sondern der Betrag, der später tatsächlich auf dem Konto landet.
Oft deutlich. Als grobe Orientierung gilt: Die Netto-Rente liegt häufig nur noch bei etwa 50 Prozent des früheren Netto-Gehalts, wenn keine weiteren Einkünfte hinzukommen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zu prüfen, ob Betriebsrente, private Vorsorge, Ersparnisse oder ein Nebenverdienst nötig sind, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.
Wer vor der persönlichen Regelaltersgrenze in Rente geht, muss in der Regel dauerhafte Abschläge hinnehmen. Sie betragen 0,3 Prozent pro Monat des vorzeitigen Bezugs, maximal 14,4 Prozent.
Ein Beispiel: Wer 2025 seinen 63. Geburtstag feiert, also Jahrgang 1962 ist, hat eine Regelaltersgrenze von 66 Jahren und 8 Monaten. Bei Rentenbeginn mit 63 wären das 44 Monate früher – also 13,2 Prozent Abschlag.
Das kann sich durchaus rechnen. Wer ein Jahr länger arbeitet und dabei durchschnittlich verdient, erhöht die Rente um etwa 40 Euro im Monat. Dazu kommen weitere Vorteile: Es werden länger Rentenbeiträge gezahlt, der Rentenbeginn verschiebt sich nach hinten, und das laufende Erwerbseinkommen bleibt erhalten.
Wer den Rentenbeginn über die Regelaltersgrenze hinaus aufschiebt, bekommt außerdem einen Zuschlag: Für jeden Monat Aufschub steigt die spätere Rente um 0,5 Prozent.
Darauf gibt es keine sichere Antwort. Rentenerhöhungen hängen von Lohnentwicklung, Wirtschaft und politischen Rahmenbedingungen ab. Für die eigene Planung ist es deshalb vernünftiger, nicht auf spätere Anpassungen zu hoffen, sondern die eigenen laufenden Kosten und Reserven realistisch einzuschätzen.
Bei Altersrenten gibt es seit 2023 keine Hinzuverdienstgrenze mehr. Auch wer eine vorgezogene Altersrente bezieht, darf grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen.
Anders ist es bei Erwerbsminderungsrenten: Dort gelten weiterhin Grenzen. Für 2026 liegt die Mindesthinzuverdienstgrenze bei voller Erwerbsminderungsrente bei rund 20.763,75 Euro im Jahr, bei teilweiser Erwerbsminderungsrente bei mindestens rund 41.527,50 Euro.
Ja. Für manche ist es finanziell attraktiv, für andere ein sanfter Übergang aus dem Berufsleben. Entscheidend ist, ob die niedrigere Rente langfristig reicht, wie hoch die laufenden Kosten sind und wie groß der Nutzen des zusätzlichen Einkommens ausfällt. Gerade bei unterbrochenen Erwerbsbiografien kann ein längeres Arbeiten besonders viel ausmachen.
Wohnen bleibt oft der größte Ausgabenblock – auch im Eigenheim. Dabei geht es nicht nur um Miete oder Kreditrate, sondern auch um Energie, Instandhaltung, Modernisierung und barrierefreie Umbauten.
Als grobe Orientierung gilt: Menschen in Deutschland geben im Schnitt etwa ein Viertel ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Im Ruhestand kann die Belastung aber spürbar höher liegen.
Eine kleinere Wohnung kann sinnvoll sein, ist finanziell aber nicht automatisch die günstigere Lösung. Gerade in angespannten Wohnungsmärkten können Neuvermietungen deutlich teurer sein als langjährige Bestandsmieten. Deshalb sollte ein Umzug immer genau durchgerechnet werden.
Das hängt stark vom Fahrzeug, vom Fahrverhalten und von den laufenden Kosten ab. Neben Kraftstoff spielen auch Versicherung, Reparaturen, Ersatzteile und Werkstattkosten eine Rolle. Wer den Ruhestand plant, sollte Mobilität deshalb nicht zu knapp kalkulieren.
Schwieriger kann es werden. Nach einer Studie der Bundesregierung haben 55 Prozent der Banken und Sparkassen Altersgrenzen bei Konsumentenkrediten und 71 Prozent bei Immobilienkrediten; häufig lag die Grenze bei etwa 67 Jahren. Größere Sanierungen oder Umbauten sollten deshalb möglichst nicht erst dann angegangen werden, wenn der Kreditbedarf akut wird.
Eine private Haftpflichtversicherung bleibt unverzichtbar. Wer Wohneigentum hat, sollte außerdem Wohngebäude- und gegebenenfalls Hausratversicherung im Blick behalten. Diese Policen schützen auch im Ruhestand vor Kosten, die schnell existenziell werden können.
Nein. Zusatzversicherungen sollten genau geprüft werden, denn die Beiträge steigen im Alter oft deutlich. Als sinnvoll kann eine Pflege-Tagegeld-Versicherung gelten – vor allem dann, wenn mögliche Pflegekosten später nicht gut aus Einkommen oder Vermögen getragen werden könnten.
Beides hat Vor- und Nachteile.
Die lebenslange Rentenzahlung bietet Sicherheit, die Kapitalauszahlung mehr Flexibilität. Oft rechnet sich die Rentenzahlung erst bei sehr hohem Alter. Wer das Geld flexibel nutzen oder einen Puffer für spätere Pflegekosten bereithalten möchte, fährt mit der Einmalauszahlung häufig besser.