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Gesundheit

Wetterfühligkeit: Schlägt das Wetter wirklich auf die Gesundheit?

3.8.2026
Avatar von Franziska Wiegard
Franziska Wiegard

Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Kreislaufprobleme bei Wetterwechsel? Prof. Andreas Matzarakis erklärt, was hinter Wetterfühligkeit steckt, wer besonders betroffen ist und welche Maßnahmen nachweislich helfen.

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Foto: Shutterstock

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Prof. Dr. Andreas Matzarakis

Kaum schlägt das Wetter um, klagen viele über Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Kreislaufprobleme. Ist da wirklich was dran, oder nur Zufall? Prof. Andreas Matzarakis, Bio- und Umweltmeteorologe an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, erforscht seit Jahren den Zusammenhang zwischen Wetter und Wohlbefinden. Er weiß, warum manche Menschen besonders empfindlich reagieren, welche Wetterlagen am meisten zu schaffen machen – und was jeder Einzelne tun kann, um besser durch Wetterwechsel zu kommen.

Wer Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme hat, begründet dies oft mit dem Wetter. Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang?

MATZARAKIS Ja! In Umfragen sagt jeder Zweite: „Das Wetter hat Einfluss auf meine Gesundheit.“ Diese Menschen – Frauen deutlich häufiger als Männer – sind wetterfühlig und reagieren auf Umschwünge mit Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Herz-Kreislauf-Problemen. Allerdings ist das Wetter nie allein daran schuld.

Sondern?

MATZARAKIS Wer wetterfühlig ist, neigt oft auch so zu Beschwerden wie Schwindel oder Kopfschmerzen. Hinzu kommen Stress, Schlafmangel oder Hormonschwankungen – etwa in den Wechseljahren. Eine bestimmte Wetterlage bringt dann das Fass zum Überlaufen.

Lässt sich das medizinisch erklären?

MATZARAKIS Manchmal kann sich das vegetative Nervensystem nicht so schnell an Wetterumschwünge anpassen. Heute zwei Grad, morgen 15 – so schnell kommt der Körper mit seiner Thermoregulation nicht hinterher. Nach zwei, drei Tagen wäre er so weit, aber dann ist das Wetter wieder ein anderes. Besonders stark betroffen sind wetterempfindliche Menschen, dazu zählen 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung.

Was haben sie gemeinsam?

MATZARAKIS Wetterempfindliche haben meist eine chronische Krankheit wie Rheuma, Bluthochdruck, Asthma oder eine Herzschwäche. Wenn sich die Witterung ändert, werden zum Beispiel die Knieschmerzen stärker oder es kommt zu Blutdruckschwankungen. Herzpatienten und andere chronisch Kranke sollten sich bei wetterbedingten Beschwerden vom Arzt beraten lassen.

Andere können selbst etwas tun?

MATZARAKIS Auf jeden Fall! Mit Kneipp-Anwendungen, Wechselduschen und viel Bewegung an der frischen Luft – bei jedem Wetter – lässt sich der Körper abhärten. Auch ausreichender Schlaf ist wichtig. Wetterempfindliche Menschen können die Biowettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes nutzen und ihre Aktivitäten danach planen.

Welches Wetter bekommt man besonders zu spüren?

MATZARAKIS Je stärker es umschlägt, desto heftiger sind die körperlichen Symptome. Tiefdruckgebiete haben die meisten negativen Auswirkungen.

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