Wer sich die Zellen der Muskeln genauer durch das Mikroskop ansieht, kann sie sehen: die gesunden Spinatsalze. Lange standen sie in dem Ruf, Krebs zu begünstigen. Diese Betrachtung aber, so Forscher vom schwedischen Karolinska-Institut in Stockholm, zeige eine sehr einseitige Sicht der Dinge.
Das Geheimnis von Spinat
Die Experten haben ganz genau hingesehen und fanden heraus: Das Geheimnis, warum Spinat offenbar besondere Kräfte verleiht, liegt nicht – wie lange angenommen – in einem besonders hohen Eisengehalt, sondern im Nitratgehalt. Also dem Gehalt von Salzen, Ester und Salpetersäure. Dieser bewirkt, so erklären die Wissenschaftler, dass die Muskeln weniger Sauerstoff benötigen, um zu funktionieren, aber den gleichen Anteil an Arbeit leistet können. Das bedeutet: Wer vor dem Sport Nitrate zu sich nimmt, kann mehr leisten.
Spinat enthält mehr Nitrat als andere grüne Blattgemüse. Die übrigens von den Pflanzen immer schon – auch bevor es Autos und Fabriken gab – aus dem Boden aufgenommen wurden. Da Pflanzen Eiweiße aufbauen, benötigen sie Nitrate als Stickstoffquelle. Noch spannender wird es, wenn der Mensch Nitrate aufnimmt. Denn bereits in der Mundhöhle werden Nitrate von Bakterien zu Nitrit reduziert. Dieses wird heruntergeschluckt und gelangt so in den Magen-Darm-Trakt. Hier nun stehen ihnen zwei Wege offen: Sie können zu antriebsstarkem Stickstoffmonoxid werden oder es bilden sich krebsfördernde Nitrosamine.

