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Das eigene Geld im Blick haben

Es ist ganz einfach: 4 Konten sollte jeder haben, um die eigenen Finanzen, also Ausgaben und Einnahmen, zu überblicken, um aber auch die Basis zu schaffen, Stück für Stück Vermögen auf­zubauen. Wie das ganz leicht gelingt, zeigen die FP-Experten.

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KI/Agentur2, Shutterstock.com

Das Prinzip des 4-Konten-Modells ist denkbar einfach. Und dieses Ordnungssystem eignet sich für jeden – unabhängig vom Alter und Einkommen. Die ersten Schritte sind leicht – entscheidend ist, konsequent zu handeln:

1. Mindestens drei Monate alle Einnahmen und Ausgaben per Haushaltsbuch (oder Konto-Auszüge) analysieren.

Fixe Kosten und andere Ausgaben notieren, auch Anteil Bar- bzw. Bargeldlos-Zahlungen. Zusätzlich Konto-Auszüge des letzten Jahres durchschauen, um Abbuchungen zu erfassen, die nur einmal jährlich oder halbjährlich erfolgen.

2. Vier Konten einrichten:

Ein günstiges Giro-Konto als Zentrale suchen (s. S. 36).

Ein Tagesgeld-Konto für absolute Notfälle (s. S. 37).

Ein Sparkonto (ETF oder Festgeld) für planbare Investitionen (s. S. 38).

Einen odermehrere ETF-Sparpläne für den langfristigen Vermögensaufbau (s. S. 39).

3. Dauer-Aufträge starten:

Zuerst: Notfall-Konto auffüllen.

Dann: 10 % des Einkommens (per Dauer-Auftrag zum Monats-Ersten) in Sparplan einzahlen.

4. Überweisung:

Überschüsse am Monatsende immer auf Sparkonto.

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1. Das Gratis-Girokonto

Im Mittelpunkt des 4-Konten-Modells steht immer das Giro-Konto. Oft werden dafür Hunderte Euro pro Jahr verlangt. Dabei gibt es viele Giro-Konten kostenlos.

Generell gilt:

  • Über das Giro-Konto wird alles abgewickelt – monatliche Zahlungseingänge (Gehalt, Rente) und klassische Abbuchungen fürs Wohnen, Strom, Heizung, Versicherungen usw.
  • Das Giro-Konto dient auch fürs Umbuchen auf die anderen Konten (Notfall-Konto, Investitions-Konto, Spar-Konto bzw. ETF-Sparplan).
  • Giro-Konten sind Standard-Produkte. Insofern kommt es nur auf den Preis an. Ideal ist, wenn das Giro-Konto nichts kostet, also keine Konto-Gebühren – die Tabelle zeigt, dass es noch viele Banken gibt, die günstige oder sogar Gratis-Giro-Konten anbieten.
  • Günstig ist ein Giro-Konto, das weniger als 5 Euro je Monat kostet. Wer mehr zahlt, sollte wechseln.
  • Wichtig: Nicht nur auf die Grundgebühr achten, sondern auch, was zusätzlich für Giro-Karte, Überweisung bzw. Lastschrift, Kreditkarte oder Konto-Auszüge berechnet wird.
  • Erster Schritt auf dem Weg zur besseren privaten Finanzplanung ist ein möglichst kostengünstiges Giro-Konto. Wichtig bei der Auswahl:
  • Gibt es einen Mindest-Zahlungseingang pro Monat, an den die Gratis-Regel gebunden ist?
  • An wie vielen Geldautomaten kann gratis Geld abgeholt werden? Ist der nächste Automat gut erreichbar?
  • Ist das Geld-Abheben wirklich kostenlos oder auf eine bestimmte Zahl Abhebungen pro Monat begrenzt?
  • Gibt es eine Giro-Card? Viele Banken bieten oft nur noch Kreditkarten, für die dann oft extra Gebühren berechnet werden.
  • Gilt das Gratis-Geld-Abholen nur in Deutschland oder auch im Ausland, auf Reisen?
  • Vorsicht: Online-Konten sind nicht per se gratis, auch wenn viele Banken das suggerieren.
  • Gibt es zusätzliche Gebühren, wenn der Partner eine Zweit-Karte fürs Giro-Konto möchte?
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© KI/Agentur2

Hier gibt es Gratis-Giro-Konten

Hier gibt es Gratis-Giro-Konten Diese Banken verlangen keine Grundgebühr. Oft wird auch eine Gratis-Kreditkarte angeboten; dafür entfällt dann evtl. eine Giro-Card. Angaben in Euro

Bank*
1822direkt
Mindest-Geldeingang
700
Freie Verfügung Geld-Automaten**

Sparkassen
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
36
Dispo-Zins in %
9,65
Bank*
Bank im Bistum Essen
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

VR-Banken
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
25
Dispo-Zins in %
9,23
Bank*
C24
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

-
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
7,49
Bank*
comdirect
Mindest-Geldeingang
700
Freie Verfügung Geld-Automaten**

Cash Group
Gratis-Giro-Card
12
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
8,65
Bank*
Consorsbank
Mindest-Geldeingang
700
Freie Verfügung Geld-Automaten**

-
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
9,40
Bank*
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

VR-Banken
Gratis-Giro-Card
9,50
Kreditkarte
19
Dispo-Zins in %
11,63
Bank*
Deutsche Skatbank
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

VR-Banken
Gratis-Giro-Card
5
Kreditkarte
20
Dispo-Zins in %
6,49
Bank*
DKB
Mindest-Geldeingang
700
Freie Verfügung Geld-Automaten**

-
Gratis-Giro-Card
11,88
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
8,68
Bank*
Edekabank
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

VR-Banken
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
30
Dispo-Zins in %
9,74
Bank*
ING
Mindest-Geldeingang
1.000
Freie Verfügung Geld-Automaten**

eigene Automaten
Gratis-Giro-Card
17,88
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
9,39
Bank*
Klarna
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

-
Gratis-Giro-Card
-
Kreditkarte
7,99
Dispo-Zins in %
-
Bank*
Meine Bank Raiffeisenbank Hochtaunus
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

VR-Banken
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
7,56
Bank*
N26
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

-
Gratis-Giro-Card
-
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
13,40
Bank*
Norisbank
Mindest-Geldeingang
500
Freie Verfügung Geld-Automaten**

Cash Group
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
10,50
Bank*
Oldenburger Landesbank
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

-
Gratis-Giro-Card
ja
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
12,41
Bank*
Openbank
Mindest-Geldeingang
-
Freie Verfügung Geld-Automaten**

-
Gratis-Giro-Card
-
Kreditkarte
0
Dispo-Zins in %
-
Bank*
* Je Bank ist nur ein Konto-Modell aufgeführt, Liste in alphabetischer Reihenfolge
** zum kostenlosen Bargeld-Abheben
Mindest-Geldeingang
Freie Verfügung Geld-Automaten**

Gratis-Giro-Card
Kreditkarte
Dispo-Zins in %
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2. Tagesgeld-Konto für Notfälle

Plötzlich krank oder arbeitslos; Hochwasser oder Orkanschaden – es gibt Notfälle, in denen das Einkommen plötzlich sinkt bzw. man Geld benötigt. Dafür ist diese Reserve gedacht.

Generell gilt für Notfälle bzw. das hier empfohlene Notfall-Konto:

  • Drei Monats-Netto-Einkommen sollten dort jederzeit (also täglich verfügbar) als Reserve liegen.
  • Und weil im Fall der Fälle das Geld sofort verfügbar sein muss, kommt dafür nur eine kurzfristige Anlage infrage, also ein Tagesgeld-Konto.
  • Wichtig dabei: Dieses Geld stellt kein Spar-Guthaben dar, sondern dient ausschließlich Notfällen. Also Momenten, in denen das bisherige Netto-Einkommen nicht mehr so fließt wie zuvor bzw. in Notfällen plötzlich Geld gebraucht wird.
  • Dieses Konto ist auch nicht dafür gedacht, größere Investitionen wie Auto, Reise oder kurzfristige, größere Ausgaben wie eine neue Waschmaschine oder eine teure Auto-Inspektion zu bezahlen. Dafür ist das Reserve-Konto da (s. S. 38).

Zweiter Schritt (nach der Auswahl eines möglichst günstigen Giro-Kontos, s. li.) ist das Einrichten eines Tagesgeld-Kontos. Dabei gilt:

  • Das Tagesgeld-Konto muss nicht bei der gleichen Bank eröffnet werden, wo das Giro-Konto geführt wird.
  • Da das Konto nicht bewegt wird, sondern nur zum Aufbewahren des Notfall-Geldes dient, kommt es nur auf den Zins-Satz an, den es für dieses Tagesgeld-Konto gibt.
  • Das heißt auch: Ändern sich die Zins-Sätze (deshalb regelmäßig die günstigsten Angebote prüfen, z. B. auf der FP-Internet-Seite), dann das Geld auf dem Tagesgeld-Konto zu einer anderen Bank mit den besseren Zinsen transferieren.
  • Der Zins-Satz des Tagesgelds sollte mindestens der Inflationsrate entsprechen. Aktuell liegt diese bei gut 2 %. So ist sichergestellt, dass die Kaufkraft des Notgroschens immer auch erhalten bleibt.
  • Deshalb auch die Zins-Gutschriften immer auf dem Tagesgeld-Konto stehen lassen – und ggf. zu einem anderen Konto mitüberweisen.
  • Stehen noch keine drei Monats-Netto-Einkommen zur Verfügung, dann aus den monatlichen Überschüssen (Einkommen minus monatliche Fix-Ausgaben) so lange den Notgroschen anfüllen, bis der entsprechende Betrag erreicht ist – auch wenn dies einige Monate dauert. Das Notgroschen-Konto ist neben dem Giro-Konto das wichtigste.
  • Erst wenn dies der Fall ist, werden die weiteren Konten (Investitions- und Spar-Konto) eröffnet.

Wichtig für die Wahl des Kontos:

  • Oft sind gute Zins-Sätze zeitlich befristet. Deshalb regelmäßig Angebote vergleichen; vor allem auf welchen Zins-Satz das Tagesgeld nach der Festlegungsfrist sinkt. Eventuell bereits dann erstmals wechseln.
  • Tagesgeld heißt bei vielen Banken nicht, dass das Geld auch täglich verfügbar ist. Gerade wenn eine größere Summe oder alles abgehoben wird, haben viele Banken Beschränkungen. Daher auf Kündigungsfristen achten.
  • Teilweise ist bei Tagesgeld auch eine Mindesteinlage nötig, um den versprochenen Zins zu erhalten.
  • Gut sind aktuell Tagesgeld-Konten, die etwa 2,5 % Zins bieten (s. u.).
  • Auch ausländische Banken im Euro-Raum im Blick haben, die haben oft bessere Zinsen. Die europäische Einlagensicherung (bis 100.000 Euro je Kunde) reicht für Tagesgeld mit dem Notgroschen immer aus.