Das Prinzip des 4-Konten-Modells ist denkbar einfach. Und dieses Ordnungssystem eignet sich für jeden – unabhängig vom Alter und Einkommen. Die ersten Schritte sind leicht – entscheidend ist, konsequent zu handeln:
1. Mindestens drei Monate alle Einnahmen und Ausgaben per Haushaltsbuch (oder Konto-Auszüge) analysieren.
Fixe Kosten und andere Ausgaben notieren, auch Anteil Bar- bzw. Bargeldlos-Zahlungen. Zusätzlich Konto-Auszüge des letzten Jahres durchschauen, um Abbuchungen zu erfassen, die nur einmal jährlich oder halbjährlich erfolgen.
2. Vier Konten einrichten:
► Ein günstiges Giro-Konto als Zentrale suchen (s. S. 36).
► Ein Tagesgeld-Konto für absolute Notfälle (s. S. 37).
► Ein Sparkonto (ETF oder Festgeld) für planbare Investitionen (s. S. 38).
► Einen odermehrere ETF-Sparpläne für den langfristigen Vermögensaufbau (s. S. 39).
3. Dauer-Aufträge starten:
► Zuerst: Notfall-Konto auffüllen.
► Dann: 10 % des Einkommens (per Dauer-Auftrag zum Monats-Ersten) in Sparplan einzahlen.
4. Überweisung:
Überschüsse am Monatsende immer auf Sparkonto.

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1. Das Gratis-Girokonto
Im Mittelpunkt des 4-Konten-Modells steht immer das Giro-Konto. Oft werden dafür Hunderte Euro pro Jahr verlangt. Dabei gibt es viele Giro-Konten kostenlos.
Generell gilt:
- Über das Giro-Konto wird alles abgewickelt – monatliche Zahlungseingänge (Gehalt, Rente) und klassische Abbuchungen fürs Wohnen, Strom, Heizung, Versicherungen usw.
- Das Giro-Konto dient auch fürs Umbuchen auf die anderen Konten (Notfall-Konto, Investitions-Konto, Spar-Konto bzw. ETF-Sparplan).
- Giro-Konten sind Standard-Produkte. Insofern kommt es nur auf den Preis an. Ideal ist, wenn das Giro-Konto nichts kostet, also keine Konto-Gebühren – die Tabelle zeigt, dass es noch viele Banken gibt, die günstige oder sogar Gratis-Giro-Konten anbieten.
- Günstig ist ein Giro-Konto, das weniger als 5 Euro je Monat kostet. Wer mehr zahlt, sollte wechseln.
- Wichtig: Nicht nur auf die Grundgebühr achten, sondern auch, was zusätzlich für Giro-Karte, Überweisung bzw. Lastschrift, Kreditkarte oder Konto-Auszüge berechnet wird.
- Erster Schritt auf dem Weg zur besseren privaten Finanzplanung ist ein möglichst kostengünstiges Giro-Konto. Wichtig bei der Auswahl:
- Gibt es einen Mindest-Zahlungseingang pro Monat, an den die Gratis-Regel gebunden ist?
- An wie vielen Geldautomaten kann gratis Geld abgeholt werden? Ist der nächste Automat gut erreichbar?
- Ist das Geld-Abheben wirklich kostenlos oder auf eine bestimmte Zahl Abhebungen pro Monat begrenzt?
- Gibt es eine Giro-Card? Viele Banken bieten oft nur noch Kreditkarten, für die dann oft extra Gebühren berechnet werden.
- Gilt das Gratis-Geld-Abholen nur in Deutschland oder auch im Ausland, auf Reisen?
- Vorsicht: Online-Konten sind nicht per se gratis, auch wenn viele Banken das suggerieren.
- Gibt es zusätzliche Gebühren, wenn der Partner eine Zweit-Karte fürs Giro-Konto möchte?

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Hier gibt es Gratis-Giro-Konten
Hier gibt es Gratis-Giro-Konten Diese Banken verlangen keine Grundgebühr. Oft wird auch eine Gratis-Kreditkarte angeboten; dafür entfällt dann evtl. eine Giro-Card. Angaben in Euro
Bank* | Mindest-Geldeingang | Freie Verfügung Geld-Automaten** | Gratis-Giro-Card | Kreditkarte | Dispo-Zins in % |
|---|---|---|---|---|---|
1822direkt | 700 | Sparkassen | ja | 36 | 9,65 |
Bank im Bistum Essen | - | VR-Banken | ja | 25 | 9,23 |
C24 | - | - | ja | 0 | 7,49 |
comdirect | 700 | Cash Group | 12 | 0 | 8,65 |
Consorsbank | 700 | - | ja | 0 | 9,40 |
Deutsche Apotheker- und Ärztebank | - | VR-Banken | 9,50 | 19 | 11,63 |
Deutsche Skatbank | - | VR-Banken | 5 | 20 | 6,49 |
DKB | 700 | - | 11,88 | 0 | 8,68 |
Edekabank | - | VR-Banken | ja | 30 | 9,74 |
ING | 1.000 | eigene Automaten | 17,88 | 0 | 9,39 |
Klarna | - | - | - | 7,99 | - |
Meine Bank Raiffeisenbank Hochtaunus | - | VR-Banken | ja | 0 | 7,56 |
N26 | - | - | - | 0 | 13,40 |
Norisbank | 500 | Cash Group | ja | 0 | 10,50 |
Oldenburger Landesbank | - | - | ja | 0 | 12,41 |
Openbank | - | - | - | 0 | - |
* Je Bank ist nur ein Konto-Modell aufgeführt, Liste in alphabetischer Reihenfolge ** zum kostenlosen Bargeld-Abheben |

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2. Tagesgeld-Konto für Notfälle
Plötzlich krank oder arbeitslos; Hochwasser oder Orkanschaden – es gibt Notfälle, in denen das Einkommen plötzlich sinkt bzw. man Geld benötigt. Dafür ist diese Reserve gedacht.
Generell gilt für Notfälle bzw. das hier empfohlene Notfall-Konto:
- Drei Monats-Netto-Einkommen sollten dort jederzeit (also täglich verfügbar) als Reserve liegen.
- Und weil im Fall der Fälle das Geld sofort verfügbar sein muss, kommt dafür nur eine kurzfristige Anlage infrage, also ein Tagesgeld-Konto.
- Wichtig dabei: Dieses Geld stellt kein Spar-Guthaben dar, sondern dient ausschließlich Notfällen. Also Momenten, in denen das bisherige Netto-Einkommen nicht mehr so fließt wie zuvor bzw. in Notfällen plötzlich Geld gebraucht wird.
- Dieses Konto ist auch nicht dafür gedacht, größere Investitionen wie Auto, Reise oder kurzfristige, größere Ausgaben wie eine neue Waschmaschine oder eine teure Auto-Inspektion zu bezahlen. Dafür ist das Reserve-Konto da (s. S. 38).
Zweiter Schritt (nach der Auswahl eines möglichst günstigen Giro-Kontos, s. li.) ist das Einrichten eines Tagesgeld-Kontos. Dabei gilt:
- Das Tagesgeld-Konto muss nicht bei der gleichen Bank eröffnet werden, wo das Giro-Konto geführt wird.
- Da das Konto nicht bewegt wird, sondern nur zum Aufbewahren des Notfall-Geldes dient, kommt es nur auf den Zins-Satz an, den es für dieses Tagesgeld-Konto gibt.
- Das heißt auch: Ändern sich die Zins-Sätze (deshalb regelmäßig die günstigsten Angebote prüfen, z. B. auf der FP-Internet-Seite), dann das Geld auf dem Tagesgeld-Konto zu einer anderen Bank mit den besseren Zinsen transferieren.
- Der Zins-Satz des Tagesgelds sollte mindestens der Inflationsrate entsprechen. Aktuell liegt diese bei gut 2 %. So ist sichergestellt, dass die Kaufkraft des Notgroschens immer auch erhalten bleibt.
- Deshalb auch die Zins-Gutschriften immer auf dem Tagesgeld-Konto stehen lassen – und ggf. zu einem anderen Konto mitüberweisen.
- Stehen noch keine drei Monats-Netto-Einkommen zur Verfügung, dann aus den monatlichen Überschüssen (Einkommen minus monatliche Fix-Ausgaben) so lange den Notgroschen anfüllen, bis der entsprechende Betrag erreicht ist – auch wenn dies einige Monate dauert. Das Notgroschen-Konto ist neben dem Giro-Konto das wichtigste.
- Erst wenn dies der Fall ist, werden die weiteren Konten (Investitions- und Spar-Konto) eröffnet.
Wichtig für die Wahl des Kontos:
- Oft sind gute Zins-Sätze zeitlich befristet. Deshalb regelmäßig Angebote vergleichen; vor allem auf welchen Zins-Satz das Tagesgeld nach der Festlegungsfrist sinkt. Eventuell bereits dann erstmals wechseln.
- Tagesgeld heißt bei vielen Banken nicht, dass das Geld auch täglich verfügbar ist. Gerade wenn eine größere Summe oder alles abgehoben wird, haben viele Banken Beschränkungen. Daher auf Kündigungsfristen achten.
- Teilweise ist bei Tagesgeld auch eine Mindesteinlage nötig, um den versprochenen Zins zu erhalten.
- Gut sind aktuell Tagesgeld-Konten, die etwa 2,5 % Zins bieten (s. u.).
- Auch ausländische Banken im Euro-Raum im Blick haben, die haben oft bessere Zinsen. Die europäische Einlagensicherung (bis 100.000 Euro je Kunde) reicht für Tagesgeld mit dem Notgroschen immer aus.

