Doch, natürlich. Aber aus Studien weiß man, dass Frauen beim ersten Gespräch mit dem Arzt vor allem große Angst haben und wie unter Schock stehen. Sie speichern gerade einmal 20 Prozent dessen ab, was ihnen dort erzählt wird. Wenn sie dann etwas später bei mir im Büro sitzen, fällt die Anspannung ab, oft fließen auch Tränen. Erst wenn die Patientin dafür bereit ist, erläutere ich ihr die Details noch einmal ganz in Ruhe. Ich will ihr das Gefühl geben, dass sie mit mir jemanden an ihrer Seite hat, den sie jederzeit ansprechen kann.
Die Krankheit ist ein sehr großer Einschnitt im Leben der Frauen. Auch wenn die Behandlung zu Ende ist, beschäftigt sie das Thema Brustkrebs weiterhin. Die Angst, noch einmal zu erkranken, treibt sie um. Auch dann werden die Patientinnen nicht alleingelassen, denn ich kann sie an speziell ausgebildete Psycho-Onkologinnen verweisen.
Zudem empfehle ich immer, sich zur weiteren Unterstützung eine Selbsthilfegruppe zu suchen und wenn möglich eine Reha zu machen. Dort haben die Frauen wieder Zeit, zu sich zu finden, und kehren anschließend deutlich gestärkt ins gewohnte Leben zurück.