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Lymphdrainage Therapie
Frauengesundheit

Lymphdrainage einfach erklärt: Wann sie bei Ödemen und Lymphstau hilft

31.3.2026
JF
Juliane Funke
3 Min.

Schwellungen, schwere Beine, Ödeme? So unterstützt die Lymphdrainage Ihr Lymphsystem und lindert Beschwerden effektiv.

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Foto: Shutterstock.com

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Inhalt

Lymphgefäße: Das Reinigungssystem des Körpers

Das Lymphgefäßsystem ist das Abwassersystem des Körpers. Egal ob Viren, Bakterien, Parasiten, Ruß-, Staub- oder Farbpartikel: Alles, was nicht in den Körper gehört, wird durch kleine, verzweigte Gefäße zu den Lymphknoten transportiert. Dort werden die Stoffe neutralisiert, abgebaut oder gelagert. Die gereinigte Flüssigkeit gelangt dann zurück in den Blutkreislauf.

Lymphgefäßsystem: Teil des Immunsystems

„Das Lymphgefäßsystem ist ein wichtiger Teil unserer Immunabwehr“, sagt Henry Schulze aus Augsburg. Lymphtherapeuten wie er haben vor allem mit Ödemen zu tun. Diese Schwellungen entstehen, wenn die Gewebsflüssigkeit nicht richtig abtransportiert wird. Oft sind Arme und Beine betroffen, sie fühlen sich schwer an, die Haut spannt.

Lymphstau und Ödeme: Häufige Ursachen

Ein geschädigtes oder überlastetes Lymphsystem kann viele Gründe haben. Dazu zählen:

  • Venenerkrankungen
  • Verletzungen
  • Operationen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Krebsbehandlungen wie Bestrahlung
  • Infektionen
  • Übergewicht

Auch chronische Erkrankungen wie das Lipödem oder Lymphödem spielen eine Rolle. Typisch sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit und ein Spannungsgefühl im Gewebe.

Wann Lymphdrainage hilft

Die manuelle Lymphdrainage ist eine bewährte Therapie bei Lymphstau und Ödemen. Sie kann:

  • Schwellungen reduzieren
  • Schmerzen lindern
  • das Spannungsgefühl verbessern
  • den Abfluss der Lymphflüssigkeit fördern

Gerade bei Lymphödemen und Lipödem gehört sie zu den wichtigsten Behandlungsformen.

Ablauf der manuellen Lymphdrainage

Bei der manuellen Lymphdrainage unterstützt der Therapeut mit sanften, rhythmischen Griffen den Abfluss der Lymphflüssigkeit zu den Lymphknoten. Dafür wendet er spezielle Massage-Techniken an. Je nach Körperstelle und Beschwerde sind das pumpende, drehende oder streichende Bewegungen.

Ein geringer bis mäßiger Druck reicht aus, denn die Lymphgefäße liegen über den Muskeln im Bindegewebe. „Einen Stau von hinten anzuschieben, bringt wenig – weder auf der Autobahn noch im Gewebe“, so Henry Schulze. „Deshalb beginnen wir immer oben an den Venenwinkeln am Hals, bevor wir uns mit gezielten Handgriffen Schritt für Schritt bis zur geschwollenen Stelle vorarbeiten.“

Ganzheitliche Therapie: Mehr als nur Massage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Säule der sogenannten komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE). Diese basiert auf vier weiteren Bausteinen:

  1. Kompression
  2. Bewegung
  3. Hautpflege
  4. Selbstmanagement

Letzteres liegt Henry Schulze besonders am Herzen: Während der professionellen Behandlung zeigt er den Patienten deshalb auch Übungen und Griffe für zu Hause, die sie problemlos selbst ausführen können.

Medizin oder Wellness? Wichtige Unterschiede

Oft wird die brasilianische Lymphdrainage in sozialen Medien oder Anzeigen beworben und angeboten. Dabei handelt es sich aber um eine rein kosmetische Behandlung, die kurzfristig die Körperkonturen straffen soll.

Die „medizinische“ manuelle Lymphdrainage kann weitaus mehr. Sie sollte bei einem qualifizierten Therapeuten gemacht werden: Nur Physiotherapeuten und medizinische Masseure, die eine entsprechende Zusatzausbildung gemacht haben, dürfen die manuelle Lymphdrainage durchführen.

Die Diagnose stellen Ärzte und verschreiben die Therapie als sogenannte Heilmittelverordnung. Eine Behandlung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Pro Verordnung werden sechs oder mehr Einheiten durchgeführt. Sie finden ein- bis fünfmal pro Woche statt. Je nach Diagnose sind Folge-Rezepte möglich.

Wird die Lymphdrainage vom Arzt verschrieben, trägt die Krankenkasse die Kosten. Davon müssen Patienten zehn Prozent selbst zahlen plus 10 Euro pro Rezept. Einige Praxen bieten die Behandlung auch für Selbstzahler an. Kosten: 45 bis 90 Euro pro Einheit.

Wann Lymphdrainage nicht geeignet ist

Die manuelle Lymphdrainage sollte bei frischen Verletzungen nicht zum Einsatz kommen. Außerdem Finger weg bei:

  • akuten Entzündungen durch Keime.
  • Thrombosen, Ausschlag oder anderen Erkrankungen an zu behandelnden Stellen.
  • einer unbehandelten Herzschwäche.

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