Modul 4: Frühstück & Abendessen
Leicht essen, ohne zu hungern – und warum weniger oft mehr ist
1. Warum Frühstück und Abendessen ab 60 eine besondere Rolle spielen
Viele Menschen denken beim Abnehmen zuerst an das Mittagessen oder an „große Mahlzeiten“.
Doch gerade Frühstück und Abendessen haben einen enormen Einfluss darauf,
- wie ruhig der Stoffwechsel arbeitet
- wie stabil der Blutzucker bleibt
- wie gut die Verdauung funktioniert
- wie leicht oder schwer wir uns fühlen
Ab dem 60. Lebensjahr reagiert der Körper sensibler auf Timing, Menge und Zusammensetzung dieser beiden Mahlzeiten.
Dieses Modul lädt Sie ein, Frühstück und Abendessen neu zu betrachten:
nicht als Sparprogramm,
nicht als Pflicht,
sondern als sanfte Unterstützung für Ihren Körper.
2. Der häufige Irrtum: „Frühstück ist Pflicht“
Über Jahrzehnte galt:
Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.
Für viele Menschen stimmt das.
Für andere – besonders im höheren Alter – nicht immer.
Ab 60 ist es völlig normal, dass:
- der Appetit morgens geringer ist
- der Körper Zeit braucht, um „hochzufahren“
- frühes, schweres Essen belastet
Dieses Programm folgt deshalb einem wichtigen Grundsatz:
👉 Sie müssen morgens nichts erzwingen.
Ein gutes Frühstück ist:
- leicht
- gut verträglich
- flexibel
- an Ihr Hungergefühl angepasst
Manchmal ist ein kleines Frühstück ideal.
Manchmal reicht ein Getränk.
Beides ist in Ordnung.
3. Was ein gutes Frühstück ab 60 ausmacht
Ein bekömmliches Frühstück:
- stabilisiert den Blutzucker
- verhindert extremes Hungergefühl später
- gibt Energie, ohne zu beschweren
Bewährt haben sich:
- Eiweiß (z. B. Joghurt, Quark, Ei)
- eine kleine Portion Kohlenhydrate (z. B. Haferflocken, Brot)
- etwas Fett (z. B. Nüsse, Butter)
- möglichst warm oder zumindest nicht eiskalt
Nicht entscheidend ist die Uhrzeit.
Entscheidend ist die Verträglichkeit.
4. Frühstück ohne Appetit – was dann?
Viele Menschen kennen das:
Sie haben morgens eigentlich keinen Hunger, essen aber „vorsichtshalber“.
Das kann den Körper überfordern.
Alternativen können sein:
- ein warmes Getränk (Tee, Wasser)
- ein kleiner Joghurt
- ein halbes Brot
- ein späteres Frühstück
Der Körper darf signalisieren, wann er bereit ist.
5. Das Abendessen – oft unterschätzt, oft zu schwer
Das Abendessen entscheidet maßgeblich darüber,
- wie gut wir schlafen
- wie ruhig die Verdauung nachts arbeitet
- wie erholt wir uns fühlen
Viele Menschen essen abends:
- zu spät
- zu schwer
- zu viel
Nicht aus Hunger, sondern aus:
- Gewohnheit
- Geselligkeit
- innerer Unruhe
Ab 60 ist der Körper abends besonders dankbar für Leichtigkeit.
6. Warum ein leichtes Abendessen entlastet
Nachts fährt der Körper viele Prozesse herunter.
Schwere Verdauungsarbeit passt dann schlecht dazu.
Ein leichtes Abendessen:
- reduziert Völlegefühl
- entlastet Leber und Darm
- fördert erholsamen Schlaf
- unterstützt den Stoffwechsel über Nacht
Leicht bedeutet nicht:
- hungrig ins Bett gehen
- verzichten
- sparen
Leicht bedeutet:
- gut verdaulich
- überschaubare Portion
- bekannte Lebensmittel
7. Das Zusammenspiel mit der warmen Hauptmahlzeit
Die warme Hauptmahlzeit (Modul 3) ist der stabile Mittelpunkt des Tages.
Frühstück und Abendessen dürfen sich danach richten.
Das entlastet enorm:
- weniger Entscheidungen
- weniger Unsicherheit
- weniger Kontrolle
Wenn Sie mittags gut gegessen haben, darf es abends wirklich leicht sein.
Wenn Sie morgens wenig Appetit haben, ist das kein Problem.
8. Essen als Beruhigung – ein wichtiger Punkt
Gerade abends wird Essen häufig genutzt, um:
- zur Ruhe zu kommen
- Anspannung abzubauen
- den Tag „abzuschließen“
Das ist menschlich – aber nicht immer hilfreich.
Dieses Modul lädt dazu ein, achtsam zu unterscheiden:
👉 Habe ich Hunger – oder brauche ich Ruhe?
Manchmal hilft:
- ein Tee
- ein ruhiges Ritual
- ein paar Minuten Pause
mehr als ein weiteres Brot.
Der große Selbsttest zu Modul 4
Wie esse ich morgens und abends – und was tut mir wirklich gut?
Teil A: Mein Frühstück
☐ Ich frühstücke aus Gewohnheit
☐ Ich habe morgens wenig Appetit
☐ Ich esse morgens hastig
☐ Mein Frühstück ist oft sehr klein oder sehr groß
☐ Ich bin unsicher, was mir guttut
Reflexion:
Wie fühlt sich mein Frühstück für mich an?
Teil B: Mein Abendessen
☐ Ich esse abends spät
☐ Ich esse abends schwer
☐ Ich esse abends aus Gewohnheit
☐ Ich habe abends oft Völlegefühl
☐ Ich schlafe nach dem Essen schlechter
Reflexion:
Wie wirkt mein Abendessen auf mich?
Teil C: Hunger oder Bedürfnis?
☐ Ich esse, obwohl ich keinen Hunger habe
☐ Essen beruhigt mich
☐ Essen hilft mir beim Abschalten
☐ Ich greife abends zu Snacks
☐ Ich habe Angst, hungrig zu bleiben
Reflexion:
Was brauche ich abends wirklich?
Teil D: Neue Erlaubnis
Bitte vervollständigen Sie:
Ich erlaube mir morgens …
Ich erlaube mir abends …
9. Ein neuer innerer Leitsatz
Ich darf leicht essen, ohne Mangel zu erzeugen.
Mein Körper weiß, was er braucht.
10. Was Sie aus Modul 4 mitnehmen dürfen
- Frühstück ist individuell
- Abendessen darf leicht sein
- Hungern ist nicht nötig
- Ruhe ist genauso wichtig wie Nahrung
- Weniger kann sich sehr viel besser anfühlen
Ausblick auf Modul 5
Im nächsten Modul widmen wir uns einem der wichtigsten Themen überhaupt:
dem Jo-Jo-Effekt – warum er entsteht, warum er nichts mit Versagen zu tun hat und wie Sie sanft aus diesem Kreislauf aussteigen können.

